Gerechtigkeit

19,90 

Zusätzliche Informationen

Bestellnr

21185

Autor

Volker Mueller (Hg.)

Ausführung

160 S., kart.

ISBN

978-3-923834-42-6

Erschienen

03.12.2025

Verlag

Freie Akademie

Inhalt:

Band 44 der Schriftenreihe der FREIEN AKADEMIE
Der Band „Gerechtigkeit“ beleuchtet das Thema aus philosophischer, juristischer, anthropologischer und psychologischer Perspektive. Die Beiträge gehen der Frage nach, ob Gerechtigkeit ein fundamentales Prinzip oder eine kulturelle Konstruktion ist – und welche Bedeutung sie für das Zusammenleben in einer pluralen Gesellschaft hat. Ein interdisziplinärer Einblick in ein hochaktuelles Thema, der über historische Traditionen hinaus zeigt, wie komplex, notwendig und zugleich umstritten Gerechtigkeit heute ist.
Der Band mit dem Titel „Gerechtigkeit“ beinhaltet die Beiträge und Ergebnisse der wissenschaftlichen FA-Tagung vom Mai 2025 und einen weiteren, die Thematik vertiefenden Beitrag. Dieses Buch wurde von Dr. Volker Mueller herausgegeben.
Es gilt als Errungenschaft der Französischen Revolution, dass persönliche Freiheit ein Menschenrecht ist und die zu ihrer Realisierung nötige Gleichberechtigung durch Brüderlichkeit bzw. Solidarverhalten und durch Rechtsstaatlichkeit gestützt werden muss, dass zur Gerechtigkeit also immer auch ein gewisses Maß an Gleichheit gehört. Bis heute aber ist dies umstritten.
Die Idee des Sozialstaates, der dem Einzelnen das Existenzminimum und das Recht auf Leben garantieren soll, ist relativ neu. Auch im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist das Recht darauf nicht ausdrücklich formuliert, sondern ergibt sich nach ständiger Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts aus der staatlichen Pflicht zum Schutz der Menschenwürde nach Artikel 1 des Grundgesetzes.
Hinzugekommen ist in den letzten Jahren die Aufarbeitung kulturgeschichtlich tradierter Formen der Diskriminierung, nämlich das Streben nach geschlechtlicher Emanzipation und Selbstbestimmung, nach Respektierung der kulturellen und damit auch sprachlichen Eigenarten, der sozialen Herkunft, der individuellen Leistungsfähigkeit und des Bildungsstandes. Globale Entwicklungen in der Gegenwart führen zu neuen Anforderungen an die Politik und den Staat, aber auch zu einer neuen Individualethik. Zur Beachtung der Ansprüche auf Gleichbehandlung und Gleichstellung und zu einem gerechteren Verhalten sind wir alle aufgefordert. Führen sie jedoch zu Gerechtigkeit im Zusammenleben der Menschen? Die Unübersichtlichkeit der Anforderungen hat dem ethischen Diskurs eine unbekannte Schärfe gegeben und teils zu einem seinerseits diskriminierenden Moralisieren geführt. Befinden wir uns in einem Aufbruch zwischen Moral und Diskriminierung?
Was ist gerecht und was ungerecht? Was kann der Einzelne in emanzipatorischer Absicht legitim von der Gesellschaft fordern, und was davon lässt sich eindeutig formulieren und politisch durchsetzen? Was ist illusorisch? Inwieweit ist der Einzelne zum Entgegenkommen und damit auch zum Interessensverzicht verpflichtet? Wann ist es angezeigt, Erfolg und Glück in den Händen des Betroffenen zu lassen und von Regelungen oder Konventionen Abstand zu nehmen?
Die im Band 44 vereinten Artikel regen an, Daseins- und Wertefragen unseres menschlichen Miteinanders zu erörtern. Wir danken Pierre-Yves Modicom, Christian Michelsen, Jan-Reinard Sieckmann, Thomas Scheffer, Gunter Willing, Renate Bauer und Bernhard Verbeek für ihre Beiträge.

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