Der Morgenrötemensch und andere wissenschaftliche Mythen aus der Biologie

17,90 

Zusätzliche Informationen

Bestellnr

20957

Autor

Erich Lange

Ausführung

211 S., kart.

ISBN

978-3-933037-44-2

Erschienen

2004

Verlag

Angelika Lenz Verlag

Inhalt:

Auch in der Wissenschaft ist nicht alles Gold was glänzt. Zwar klären sich früher oder später wohl alle Irrtümer einmal auf, aber erstaunlich ist es doch, was oft über Jahrzehnte hinweg auch ernst zu nehmende Fachleute fälschlicherweise akzeptieren. Einige Kostproben hiervon finden sich in diesem Buch. Ist es zu glauben, dass es über 40 Jahre dauern sollte, bis die Anthropologen erkannten, dass der berühmte Schädel von Piltdown aus modernen menschlichen Schädelknochen und einem Affenunterkiefer fabriziert worden war? Musste es wirklich bis nach dem Zweiten Weltkrieg dauern, bis allen Medizinern klar war, dass die bekannten Abwehrfermente, von deren Existenz der Biochemiker Emil Abderhalden die Welt schon 1912 in Kenntnis gesetzt hatte, reiner Humbug waren?

REZENSION:
Erich Lange […] zeichnet Wege nach, wie Wissenschaftler zu biologischen Erkenntnissen gelangten, welche Schwierigkeiten sie zu überwinden hatten und welchen Irrtümern sie dabei unterlagen. Damit korrigiert er so manches vereinfachte Bild von Wissenschaft, macht den manchmal komplizierten und verzweigten Weg wissenschaftlichen erkennens deutlich und konzentriert sich dabei auf Irrwege und unlauteres Arbeiten Einzelner. Beides wird in akzeptabler Weise erklärt, so dass für den Leser eigene Denkwege und die kritische Sicht auf Erkenntnisse befördert werden. Manches aus der Wissenschaft wird entthront, aber dabei nicht niedergemacht.
Erich Lange entwickelt bei seinem „Entmythisieren“ gute und nachvollziehbare Argumentationslinien, für die er Erkenntnisse aus den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen heranzieht und die er mit reichlich Zitaten aus Zeitdokumenten belegt. Was er schreibt ist sowohl aus der Geschichte der Biologie als auch selbst Geschichte, die jedoch ganz anders zu lesen ist als in den einschlägigen Standardwerken und die eine gewisse Spannung aufweist, an manchen Stellen wie ein guter Kriminalroman.
Der Autor […] geht auch der Frage nach, wieso sich derartige Mythen über Jahrzehnte hinweg halten konnten, welche gesellschaftlichen Hintergründe sie ermöglichten und begünstigten. Er liefert z.B. plausible Erklärungen dafür, welche Umstände die dargestellten Betrügereien und Auseinandersetzungen jenseits von Sachlichkeit und Anstand in der Biologie ermöglichten. Besonders anzuerkennen ist, dass Lange um kein Problem einen Bogen macht und seine eigene Position in seine Darlegungen einbringt. Er stellt sich sogar der in der Biologie lange suspekten Frage „Warum?“ und zeigt, dass Antworten darauf nicht unbedingt finalistisch oder teleologisch sein müssen. Er argumentiert nach meiner Auffassung auch treffend, dass Höherentwicklung des Lebendigen eigentlich kein Mythos ist, wohl aber noch heute durch so manchen Wissenschaftler für einen solchen gehalten wird.
[…] Er liefert sehr detaillierte Beschreibungen biologischer Experimente und weist nach, wie schnell Ungenauigkeiten und Fehler beim Experimentieren zu falschen Erkenntnissen führen. Er zeigt, dass Wissenschaftler auch nur Menschen sind, die sich irren können und die genau wie jeder andere der Verlockung von Ruhm und Macht erliegen. […]
Jeder an Wissenschaft und gesellschaftlicher Entwicklung Interessierte, jeder, der zum selbständigen freien Denken willens ist, kann daraus mannigfaltige Anregungen für eigene Lebensauffassungen und Erkenntnisse gewinnen.
Dr. Dr. Jan Bretschneider

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